Nicht nur ich beschäftige mich auf meinem Blog mit dem Thema, auch viele andere hat der Trend der Nachhaltigkeit endlich erreicht: Hochglanz-Magazine erklären ihren Lesern, wie man grüner Wäsche wäscht, Blogger*innen wenden sich thematisch immer mehr dem Upcycling zu, und eine mutige Greta Thunberg bewegt mit ihren Protesten eine ganze Generation dazu, gegen Umweltverschmutzung laut zu werden. Irgendwie hat das alles eine lose Verbindung zur Nachhaltigkeit, nur: Was ist das eigentlich genau? Und wie kann man als Einzelperson nachhaltiger leben?

Das Wort Nachhaltigkeit wird inzwischen schon recht verschwenderisch verwendet. Wie bei jedem Trend möchte eben jeder mitreden und das Thema bedienen, aber oft verwässert sowas den eigentlichen Begriff. Darum möchte ich mit dem heutigen Beitrag versuchen, euch das Konzept von Nachhaltigkeit zu erklären und damit hoffentlich auch besser klar machen, warum das Thema mir wichtig und zu Recht derzeit in aller Munde ist.

Ursprünglich vor allem auf die Forstwirtschaft bezogen, hat sich der Begriff der Nachhaltigkeit in ein komplexes Konstrukt verwandelt, das viele Bereiche abzudecken versucht. Im Grunde bedeutet „nachhalten“ einfach: über eine längere Zeit anhalten, bzw. überdauern. Es geht darum, Ressourcen so zu verwenden, dass auch unsere Nachkommen noch etwas davon haben. Darum wurde inzwischen sogar der Begriff „Enkelwirtschaft“ eingeführt der verdeutlicht, dass so gewirtschaftet werden sollte, dass noch unsere Enkel mit den Rohstoffen auskommen, die unsere Welt so hergibt.  letters_and_beads_fashion_letters_and_beads_fashion_glossar-was-ist-eigentlich-nachhaltigkeit_cherry

Nachhaltigkeit in Unternehmen

In der Produktion von Produkten, aber auch im Dienstleistungssektor ist Nachhaltigkeit in unterschiedlichen Bereichen ein Thema. Das betrifft dann nicht nur den Umweltschutz bei der richtigen Be- und Entsorgung von Materialien, den Einsatz von Giftstoffen oder der Wahl der Energiequelle. Es geht auch insgesamt darum, womit man eigentlich sein Geld verdient – dass beispielsweise ein Konzern wie BP nicht sonderlich nachhaltig ist, haben wir in der Vergangenheit schon oft genug erfahren müssen. Und nicht nur die ökologischen und ökonomischen Faktoren werden bei der Nachhaltigkeit eines Unternehmens mit eingerechnet, auch soziale und ethische Punkte fallen darunter. Das betrifft die faire Bezahlung aller beteiligter Mitarbeiter und Dienstleister, andere Sozialleistungen, aber auch Spenden und gemeinnützige Aktionen eines Unternehmens.

Nachhaltigkeit im Konsumverhalten

Wie Firmen agieren, kann man als Endverbraucher zwar nicht unbedingt beeinflussen. Wohl aber, wo man einkaufen geht und welche Unternehmen man so mit seinem Geld unterstützt. Wer also meint, als Einzelperson kann man in der Frage der Nachhaltigkeit nichts ausrichten, geht vermutlich auch nicht wählen. Grobe Fehleinschätzung, wie ich finde! Denn viele kleine Taten können Großes bewirken, wenn nur genug Leute mitmachen.

Wer ein nachhaltigeres Leben führen möchte, der macht am besten zuallererst eins: sich informieren! Denn es gibt viele kleine und große Dinge, die man an den eigenen Routinen optimieren kann. Ganz ehrlich gesagt wird aber keiner von uns zu 100 % nachhaltig leben können. Einen gewissen Fußabdruck hinterlassen wir alle und was uns als Verbrauchern an Produkten vorgesetzt wird kann einen nachhaltigen Lebensstil erschweren. Trotzdem gibt es einige Tipps, die die Umstellung zu einem nachhaltigeren Leben ermöglichen.

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7 Tipps für ein nachhaltigeres Leben

1. Esst weniger Fleisch: Abgesehen vom ethischen Standpunkt ist die Fleischproduktion nicht sehr nachhaltig, denn die Tiere produzieren viele Treibhausgase. Böden werden durch Mist mit Nitrat belastet und Pflanzen als Futter verbraucht, die Menschen ernähren könnten. Wenn’s schon Fleisch sein muss, dann höchstens 1 Mal wöchentlich und gute Qualität vom Fleischer des Vertrauens.
2. Regional kaufen: Apropos Essen. Nicht nur Fleisch ist ein Klimakiller. Auch Übersee-Früchte und Nicht-Saisonales hauen mit einem beachtlichen Carbon-Footprint rein. Zudem raubt unser Hunger nach Banane, Ananas und exotischem Fisch Menschen vor Ort die Nahrung. Darum lieber öfter mal zu regionalem Obst und Gemüse greifen; viele Saisonkalender im Netz helfen bei der Wahl der Lebensmittel.

3. Fahrt öfter mal Rad: Der Punkt ist eigentlich selbsterklärend. Auto und Flugzeug sind bekanntermaßen klimaschädlich und verbrennen im wahrsten Sinne Ressourcen. Wenn möglich, sollte das Fahrzeug lieber stehen gelassen und durch das Fahrrad ersetzt werden. Und der Billigflug mit Ryan Air nach Malle kann lieber einem Kurzurlaub auf der Insel weichen. 
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4. Kauft nachhaltige Kleidung: Unsere Wegwerf-Mentalität gepaart mit der umweltunfreundlichen Produktion der Kleidung und der menschenunwürdigen Behandlung der Näher im Fast Fashion-Bereich verbraucht Ressourcen, die auf Kosten kommender Generationen gehen. Mehr dazu habe ich im Beitrag Slow vs Fast Fashion geschrieben. Die Alternative: Kleidung kaufen, die ressourcenschonend produziert wird. Außerdem sind Second Hand Shopping und die neue Kombination bereits vorhandener Kleidung gute Alternativen.
5. Konsumiert weniger: Momentan wird einem oft vorgegaukelt, man könne sich ein nachhaltiges Leben erkaufen, z.B. mit Stahl- statt Plastikstrohhalmen, Thermobecher statt Coffee to Go. Dabei ist es am nachhaltigsten, erst einmal das zu verwenden, was man schon hat und insgesamt weniger zu konsumieren. Braucht man zum Beispiel überhaupt Strohhalme, und einen nachhaltigen Ersatz für vorhandene Dinge? Neu gekauft wird nur, was wirklich benötigt wird. Und Geräte, Kleidung, Bücher und Co kann man sich auch von Freunden oder Nachbarn leihen.
6. Gönnt euch mal eine Pause: Kennt ihr auch diese Leute, die sich selbst krank noch zur Arbeit schleppen, oder gehört ihr sogar dazu? Mit sich selbst schonend umzugehen gehört genauso zu einem nachhaltigen Lebensstil wie auf das Klima zu achten und Müll zu vermeiden. Schließlich haben wir alle zwei Heimaten: unsere Erde und unseren Körper, und beide verdienen es, dass man achtsam mit ihnen umgeht. Versucht, an einem Arbeitstag im Büro kleine Pausen zu machen, oder startet den Tag mit ein paar Minuten Yoga um auch im Alltag dem Körper etwas Gutes zu tun.

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7. Fangt an: Wie bereits gesagt, wird eine komplette Umstellung von heute auf morgen nicht funktionieren. Aber das macht nichts, denn schon mit kleinen Veränderungen könnt ihr schon heute loslegen. Ihr werdet jeden Tag etwas Neues dazulernen und weitere Dinge entdecken, die man im Alltag mit einer nachhaltigeren Sichtweise neu umsetzen kann. Darum lasst euch nicht von Hindernissen entmutigen, sondern legt einfach los: Packt einen Jutebeutel in eure Handtaschen, hebt beim nächsten Spaziergang etwas Müll auf oder verzichtet mal auf eine Shoppingtour im Sale. Nach und nach werden diese neuen Gewohnheiten ganz normal und es wird euch immer leichter fallen, nachhaltiger zu agieren.

Würdet ihr euch freuen, wenn ich auch in Zukunft weitere Nachhaltigkeits-Themen näher erkläre? Und habt ihr eigene Tipps, wie ihr im Alltag auf Nachhaltigkeit achtet? Teilt sie gerne in den Kommentaren mit mir!

LG Biene


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