Was stimmt nicht mit Fast Fashion?

Fast Fashion ist darauf ausgelegt, dass viele neue Trends möglichst schnell, Schlag auf Schlag in die Läden kommen. Es bedeutet ständige Verfügbarkeit für den Kunden zum günstigen Preis. Für Modefreunde ist das natürlich super, denn für wenig Geld kann man stets up to date sein. Das Problem: Diese Art des Konsums und der Produktion ist sehr verschwenderisch und geht auf Kosten von Umwelt, Nähern und Tieren.

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Lasst euch von Green Washing-Aktionen wie “Conscious” Linien und recycleten Verpackungen nicht irreführen – Fast Fashion Modeketten produzieren ihre Mode schnell, billig und quasi für die Tonne. Und der Kauf geht schnell, schneller, am schnellsten. Inzwischen lassen sich mit nur wenigen Klicks die aktuellsten Trends bei Boohoo, Asos und Co. im Tinder-Stil bestellen. Und wo schnell Nachschub kommt, da wird auch viel weggeworfen. Allein in Australien werden alle 10 Minuten 6000 kg Kleidung weggeworfen.

Slow Fashion – die nachhaltige Alternative

Wer Augen und Ohren in den vergangenen Monaten und Jahren nicht völlig verschlossen hat, dem ist klar, dass dieser extreme Konsum ein großes Problem für uns alle darstellt. Zum einen für die Umwelt, die die verwendeten Ressourcen nicht so schnell nachwachsen lassen kann, wie sie verbraucht werden – ganz zu schweigen von den Müllbergen, von denen niemand weiß, wohin damit. Zum anderen für Mensch und Tier, denn nicht nur leiden diese aus erster Hand bereits bei der gesundheitsschädlichen und unwürdigen Produktion, auch der Träger wird am Ende der Konsumkette durch chemisch behandelte Textilien belastet.letters_and_beads_fashion_fast_fashion_slow_fashion_nachhaltig_bewusst

Klingt alles ganz schön heavy, oder? Zum Glück haben wir als Konsumenten aber verdammt viel Macht darüber, wie und was wir kaufen. Wenn jeder morgen anfängt, bewusster Mode zu konsumieren und sich öfter für Slow Fashion zu entscheiden, der trägt zu einer Bewegung bei, die unsere Welt ein gutes Stück besser machen kann. Dafür habe ich euch heute einige Denkanstöße mitgebracht, mit denen ihr euren Modekonsum schnell und einfach bewusster gestalten könnt:

Qualität vor Quantität

Die schnelle, billige Nummer ist für unsere Umwelt nicht mehr wirklich wegzustecken. Wusstet ihr zum Beispiel, dass 2.700 Liter Wasser benötigt werden, um ein einziges Baumwoll-Shirt herzustellen? Die Fashion Industrie ist braucht rasant viele natürliche Ressourcen auf, die sich wegen dem aktuellen schnellen Konsum nicht erholen können.

Wer bewusster Mode konsumieren will, muss sich also von dem Gedanken verabschieden, immer im Trend zu sein. Es wäre wirtschaftlich auch nicht tragbar, denn nachhaltige Kleidung hat eben ihren Preis. Aber dafür ist die Verarbeitung hochwertiger, und die Lebensdauer des Kleidungsstücks höher. Wenn die Kleidung, die wir tragen länger hält, brauchen wir seltener neue Stücke, und gleichzeitig wandern weniger Textilien auf den Müll. Insgesamt bedeutet nachhaltiger Konsum also: weniger Konsum. Trage zunächst die Kleidung auf, die du schon besitzt, und fülle nur Modelle nach, die noch in deiner essentiellen Garderobe fehlen.

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Pflege deinen Besitz

Die richtige Pflege hilft dabei, die Lebensdauer unserer Kleidung noch zu verlängern. In diesem Beitrag lest ihr zum Beispiel, wie man Wollpullover richtig reinigt und lagert. Achtet auf die Hinweise in den Waschetiketten eurer Kleidungsstücke, denn mit der richtigen Wäsche tragt ihr zum Erhalt der Stoffe bei.

Online findet ihr viele nützliche Hinweise für die Pflege unterschiedlicher Textilien. Hier aber noch einige Wäschetipps “to go”, die für viele Stofftypen angewendet werden können:

  • Trenne deine Wäsche nach Weiß- und Buntwäsche und versuche, die Trommel gut zu füllen – allerdings auch nicht zu voll, da die Stoffe sonst aneinander reiben und so schneller abnutzen.
  • Wähle eher kalte Waschgänge mit geringerer Schleuderzahl, auch das schont die Kleidung. Stärkere Verschmutzungen kann man vorab gezielt behandeln.
  • Versuche, seltener zu waschen und Kleidungsstücke bis zu 3 Mal zu tragen, bevor sie in die Maschine wandern (so lange natürlich Hygiene und Geruch es zulassen!).
  • Vermeide den Trockner und die chemische Reinigung, denn das sind ebenfalls recht aggressive Anwendungen für viele Stoffe.
  • Auch das Bügeleisen kann schonender für den Stoff sein, wenn man es etwas kühler einstellt als für das Kleidungsstück empfohlen. Oder man lässt das Bügeleisen einfach stehen (ich benutze es nur selten!).

letters_and_beads_fashion_fast_fashion_slow_fashion_nachhaltig_bewusst_regenschirm_lachenLege selbst Hand an

Auf Dauer können doch schon mal Löcher oder Risse im Textil vorkommen. Das ist aber kein Grund, das Teil gleich zu entsorgen! Versuche, mit Nadel und Faden auch mal selbst deine Kleidung zu reparieren. Oder wie wäre es sogar, ganze Kleidungsstücke selbst zu nähen? Die Jacke, die ich im heutigen Beitrag trage, habe ich selbst gemacht; den Schnitt habe ich von einem Schnittmuster von Handmadekultur adaptiert.

Wer selbst seine Kleidung näht, bekommt ein Gefühl für Stoffe, Qualität und vor allem für die Zeit und Arbeit, die ein Kleidungsstück in der Herstellung benötigt. Darum bin ich zu Beginn des Jahres auch bei der #2018DIYdontbuy Challenge von Lisa (Mein Feenstaub) eingestiegen, da es hier darum ging, weniger Fast Fashion zu konsumieren. Und auch, wenn ich in den vergangenen Monaten dennoch das ein oder andere Teil neu gekauft habe, habe ich im Rahmen der Challenge einen bewussteren Umgang mit Fast Fashion erlernt und ein besseres Gespür dafür bekommen, was mir wirklich gefällt.

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Die richtige Entscheidung

Was mich zum letzten Punkt im heutigen Beitrag bringt; Kaufe nur das, von dem du überzeugt bist, dass du es gerne und häufig tragen wirst. Ich habe oben ja schon geschrieben, dass ich bei der Challenge doch mal geschummelt und neue Kleidung gekauft habe. Das habe ich getan, weil ich in den jeweiligen Kleidungsstücken etwas Besonderes gesehen und etwas vergleichbares nicht im Second Hand Handel gefunden habe. Dazu zählt beispielsweise mein Vinylmantel, der ein echter Eyecatcher ist und gerne von mir für dramatische Looks getragen wird. Ich fühle mich darin einfach immer saucool!

Und so ähnlich sollte es dir auch mit allen Kleidungsstücken gehen, die du dir zulegst. Sie sollen dir lange viel Freude machen und sich gut in deine bestehende Garderobe eingliedern. Denn was nützt es, wenn du dich zum Beispiel wegen einiger Instagrammer ein ausgefallenes Teil zulegst, in dem du dich gar nicht wirklich wohlfühlst? Damit dir keine Fehlkäufe mehr passieren – und damit unerwünschter Textil-Abfall weniger wird – findest du auf meinem Blog viele Tipps wie in diesem Beitrag mit 4 Fragen, die du dir beim Shoppen stellen solltest.

Hast du schon mal Kleidung aus dem Slow Fashion Bereich eingekauft, oder weitere Tipps, wie man bewusster Mode tragen kann? Teile deine Tipps und Erfahrungen gerne mit mir in den Kommentaren!

LG Biene