Vor über 10 Jahren startete Dove die bahnbrechende “Wahre Schönheit” Kampagne: zum ersten Mal sah man in der Werbung für Pflegeprodukte keine jungen, schlanken, perfekt geschminkten Models. Es waren “normale” Frauen, die in die Kamera lachten und uns das Gefühl gaben, dass es ok ist, so auszusehen, wie man ist.

Der Bann der Perfektion schien für uns für einen kurzen Augenblick gebrochen, denn Dove hat uns hinter die Kulissen sehen lassen, wie viel von dieser Perfektion nur Schein ist (zum Beispiel mit dem Film Evolution). Doch so schön der Ansatz ist, werden wir von anderen Marketingstrategen weiterhin bombadiert mit Schönheitsidealen, denen ein echter Mensch nicht gerecht werden kann. Denn die Bilder, die uns serviert werden, sind “larger than life”: über-lebensgroß, hyperrealistisch. Unterbewusst wird uns damit vermittelt, dass wir selbst nie schön genug sind. Da hilft nur eins: kauf dieses oder jenes Produkt, es hilft dir, schöner zu werden! Und diese Masche zieht nicht nur bei Frauen, sondern auch bei Männern, denen ein poliertes Bild von Sixpacks und rauher Männlichkeit in der Werbung vorgehalten wird.

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Was macht es schon?

Wir alle sehen uns gerne schöne Menschen an. Was ist also so schlimm daran, dass in der Werbung oder sogar schon zuhause dank Photoshop an den eigenen Bildern gedreht wird?

Das Problem daran ist, dass wir damit die These bewahrheiten, dass nur Perfektion allein schön sein kann. Minderwertigkeitskomplexe sind da vorprogrammiert! Außerdem beeinflusst dieses Bild stark unser Verhalten. Auch wenn man es nicht glauben mag, aber “schöne” Menschen werden besser behandelt, haben bessere Jobchancen, sind glaubwürdiger… und da ist nicht in Ordnung. Ich selbst merke das sogar bei der Arbeit: gehe ich geschminkt da hin, werde ich generell viel netter behandelt und freundlicher angeschaut als ohne Make-Up. Dabei bin ich doch in beiden Fällen immer noch ich!

Also schminken wir uns, um möglichst diese Perfektion zu erlangen, die uns auf den Designer-Packungen versprochen wird. Ich kenne Mädels, die gehen niemals ungeschminkt außer Haus, weil sie glauben, dass sie ohne Schminke hässlich sind. Dass es unakzeptabel sei, so aus dem Haus zu gehen, wie man wirklich aussieht. Weil andere Menschen sie verurteilen werden. Dafür stehen sie extra früher auf, um Zeit zu haben, sich für die Welt ein neues, besseres Gesicht zu malen. Ist das okay?

Die eigene Schönheit anerkennen

Klingt zwar pathetisch, aber der einzige Weg, sich von diesen überspitzten Idealen frei zu machen, ist dieser: liebt euch selbst etwas mehr. Und macht euch locker. Am Ende interessiert es nämlich doch nicht so viele Leute, wie ihr rumlauft, und nehmen euer Erscheinungsbild auch oft vorteilhafter wahr als ihr selbst. Das zeigt auch die neue Kampagne von – wie könnte es anders sein – Dove, bei der berühmte Frauen einem Zeichner eine Beschreibung von sich selbst gaben. Dem gegenüber steht die Beschreibung einer fremden Person von dieser Berühmtheit. Die Bilder sprechen für sich.

Nehmt euch und die Beauty-Hysterie nicht so ernst. Make-Up und sich zu schminken soll Spaß machen, und es ist cool, damit Facetten seiner selbst zu erforschen. Für Anlässe auffällig geschminkt zu sein kann alle Blicke auf einen ziehen und, ja: auch das Selbstbewusstsein boosten. Und auch wenn Bestätigung von außen klasse ist, kommt echte Selbstliebe von innen. Und für die braucht man weder Make-Up, noch Photoshop.

Also nehmt es leicht: Äußerliche Schönheit ist keine Pflicht, sondern die Kür. Langfristig stehen andere, wichtigere Dinge im Mittelpunkt; Ehrlichkeit und Selbstbewusstsein zum Beispiel. Denn anders als das hübsche Äußere bleiben gute Eigenschaften bestehen. Und auch die hübscheste Frau wird mit einer schlechten Persönlichkeit ziemlich hässlich. Das wusste auch schon Roald Dahl:

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Was bedeutet Schönheit für euch? Gehört Schminken und Cremen für euch dazu, oder reicht schon ein tolles Lächeln? Verrate es mir in den Kommentaren!

LG Biene