Auf Instagram und Pinterest habe ich in den vergangenen Monaten immer wieder wunderschöne Punch Needle Motive entdeckt. Als Wand-Teppich, Kissen und sogar bei Stofftieren kann man diese Applikation einsetzen. Und wenn man den Dreh erst einmal heraus hat, ist es sogar ganz einfach selbst gemacht! Im heutigen Beitrag möchte ich euch meine Erfahrungen und Tipps mitteilen, damit euer erstes Punch Needle Projekt von Anfang an gelingt!

Corona hält dich zuhause fest, dir ist langweilig und du möchtest dich gerne kreativ ausleben. Aber Malen oder Basteln liegt dir nicht, und für’s Stricken fehlt dir die Geduld? Dann könnte Punch Needle das perfekte neue Hobby für dich sein! Denn damit kannst du viele Textilien schnell und einfach aufhübschen. Und besonders viel Equipment, Vorlagen oder Vorkenntnisse brauchst du dafür kaum.

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Was ist Punch Needle?

Die Technik, bei der man mit einer hohlen Nadel Wolle und Garne zu einem Motiv in einen Stoff sticht, bezeichnet man als Punch Needle (bzw. Needle Punching). Der Name ist Programm; Die Stanznadel wird wiederholt und in engen Abständen in einen Stoff gepiekst. Dadurch reihen sich die Wollfäden dicht an dicht im Stoff aneinander. Durch diesen Druck bleibt die eingefädelte Wolle aus der Nadel im Stoff stecken und es entstehen strukturierte Muster auf Kissen, Teppich und Co.
Die Punch Needle Technik ist für Anfänger super geeignet, um relativ schnell und einfach Motive auf Wohntextilien und andere Stoffe zu bringen. Der Kreativität sind bei der Auswahl der Muster keine Grenzen gesetzt; Vom Gesicht über Tiere bis hin zu Landschaften oder ganz abstrakten Formen kann man mit Punch Needle jedes erdenkliche Bild mit der Nadel auf seinem Stoff verewigen! Dazu braucht man nur das passende Zubehör und nur eine kurze Erklärung, wie Punch Needle eigentlich funktioniert:

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Das gehört in dein Punch Needle Kit

Um selbst mit dem Needle Punching zu beginnen, benötigst du zunächst das passende Material. Dazu gehört:

  • Punch Needle mit Einfädler
  • Garne und Wolle
  • Stickrahmen
  • zu verzierender Stoff
  • Schere
  • Bleistift o.Ä.
  • (Textil-) Kleber

Die Punch Needle ist das wichtigste Zubehör für dieses Hobby. Diese Nadel ist hohl und hat ein Loch oben an der Spitze, durch welches das Stickgarn gefädelt wird. Sie hat außerdem einen recht großen Griff, an dem man häufig sogar die Stichlänge der Nadel einstellen kann.

Welche Wolle und welcher Stoff eignen sich am besten?

Bei der Wahl der richtigen Garne und Wolle scheiden sich die Geister. Ich habe zwar gelesen, dass die etwas gröbere Schafswolle sich am besten für diese Handarbeit eignet, und glatte Garne eher aus dem Stoff “flutschen”. Meine eigene Erfahrung war aber genau das Gegenteil; Für Punch Needle fahre ich am besten mit einer glatten Wolle. Bei rauen Garnen kann es schneller passieren, dass diese beim Punchen unter Spannung stehen. Das führt dazu, dass der Faden schnell aus dem Stoff rutscht, sodass man die gleichen Stellen immer wieder von vorne durchstechen muss. Wie du dich auch entscheidest: Hauptsache, die Wolle passt von der Dicke her durch die Nadel.

Zum Punch Needle Set gehört außerdem der Stickrahmen. Dieser hilft dir, die zu bearbeitende Stelle im Stoff unter Spannung zu halten. Das ist wichtig, damit dein Stoff sich später nicht komisch wellt oder zusammenzieht, und auch die gepunchten Fäden bleiben so an Ort und Stelle. Du kannst deinen Stoff auch im Rahmen lassen, nachdem du dein Motiv aufgebracht hast – das ergibt eine tolle Wand-Dekoration!

Aber welcher Stoff eignet sich eigentlich für Punch Needle? Nicht jeder! Leinen, Jute oder andere gleichmäßig und einigermaßen engmaschige Gewebe ohne Elastik eignen sich am besten, um mit der Stanznadel ein schönes Ergebnis zu zaubern. Das heißt, das Jersey oder andere stretchige Bekleidungsstoffe für Punch Needle nicht die beste Wahl sind.

Zumal man seine Wollkunstwerke auf der Rückseite mit Kleber fixieren muss, wenn der Stoff z.B. von Taschen oder anderen Gebrauchsgegenständen verwendet wird. Denn die Wolle wird an keiner Stelle mit dem Stoff verknüpft, verknotet oder vernäht; Die Fäden stecken einfach nur im Textil fest. Ist dein bestickter Stoff also in Aktion, solltest du mit Textilkleber die Rückseite einleimen.

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Anleitung: So funktioniert Punch Needle!

Fädle zunächst deine Wolle in deine Punch Needle. Dabei hilft der Einfädler: Dieser wird einmal von der Spitze der Stanznadel in den Griff und unten durch geführt. Am Einfädler befindet sich eine Schlaufe, in die du deine Wolle fädeln kannst. Hängt die Wolle im Einfädler, kannst du diesen oben aus der Spitze deiner Nadel herausziehen – so ziehst du gleichzeitig den Faden der Wolle mit heraus. Der Einfädler muss dann noch dazu verwendet werden, den Faden durch das Loch in der Nadelspitze zu ziehen. Damit ist die Nadel einsatzbereit!

Klemme nun deinen Stoff in den Stickrahmen. Zeichne mit dem Stift entweder vorab dein Wunschmotiv auf den Stoff, oder übertrage dein Bild im Rahmen darauf (letzteres eignet sich am besten, wenn du den Stoff im Rahmen lassen möchtest).

Dann kann es schon losgehen: Stich die Nadel am Rand deines Motivs bis zum Anschlag in den Stoff. Lass die Nadel bei diesem ersten Einstich stecken und ziehe das Fadenstück, das an der Nadel baumelt, komplett durch den Stoff. Ziehe die Nadel nun vorsichtig wieder hoch, hebe die Spitze aber nicht komplett vom Stoff ab und stich dann neben dem ersten Stich wieder in den Stoff. Wiederhole den Prozess, bis du von außen nach innen die Fläche deines Motivs gefüllt hast.

Es wird empfohlen, die Nadel immer senkrecht in den Stoff zu stechen. Ich finde, dass die Handhaltung beim Festhalten der Punch Needle aber keinen großen Unterschied macht. Wenn es dir angenehmer ist, die Needle etwas angeschrägt zu halten, ist das auch in Ordnung.

Ist die Nadel an manchen Stellen etwas widerspenstig und will nicht so recht in den Stoff, dann drehe die Nadel einfach vorsichtig etwas hin und her, bis sie in den Stoff gleitet. Wenn du die Nadel mit Gewalt in den Stoff drückst, könnte durch die höhere Fadenspannung die bereits gepunchte Wolle wieder aus dem Stoff hüpfen!

Wenn du fertig bist, kannst du den Faden an der Vorderseite einfach knapp abschneiden, sodass er im Motiv verschwindet. Um dein Motiv nun im Stoff zu fixieren, trägst du auf der Rückseite noch Textilkleber auf und lässt diesen gut trocknen.

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Punch Needle funktioniert nicht: Woran liegt es?

Als ich einfach mit dem Stechen losgelegt habe, hat der Faden gar nicht im Stoff gehalten. Warum? Weil ich mich nicht an bestimmte Regeln gehalten habe, die bei Punch Needle zum Erfolgserlebnis führen! Damit dein neues Hobby dir von Anfang an gelingt und Spaß macht, musst du dringend folgendes beachten:

  • Die offene Nadelspitze zeigt immer in Arbeitsrichtung. Wenn du mit der geschlossenen Nadelspitze “in Fahrtrichtung” arbeitest, verlaufen deine Stiche nicht gerade, sondern schief und krumm. Wenn du die Richtung beim Stechen ändern musst, drehe dazu am besten deinen Stickrahmen.
  • Der Faden darf nie unter Spannung stehen. Wie oben bei der Wahl der Wolle angedeutet, sollte der Faden immer schön locker sein, sonst ziehen sich die Fäden immer wieder gegenseitig aus dem Stoff.
  • Du darfst mit dem Finger die Fäden auf der Rückseite festhalten. So musste ich das bei der Arbeit mit rauer Wolle auch machen; Ich habe die Schlaufen auf der Rückseite des Stickrahmens nach dem Einstechen einfach immer festgehalten, damit nichts herausrutscht. Das ist immer dann nötig, wenn zu viel Spannung auf dem Faden ist.
  • Die Rückseite kann auch die Vorderseite sein! Das ist eigentlich keine “Regel”, sondern eher eine kreative Freiheit: Die Schlaufen, die auf der Rückseite von Punch Needle Projekten entstehen, können auch als Vorderseite toll aussehen! Nimm dazu einfach den Stoff nach dem Punchen aus dem Rahmen, drehe ihn um, und arbeite auf der anderen Seite mit einem glatten Stich wieder weiter. Vergiss nur nicht, die Vorzeichnungen dann auch auf die (neue) Vorderseite zu übertragen.
  • Und wenn doch mal was aufgeht? Du kannst Stiche beim Needle Punching problemlos wieder auftrennen. Ist an einer Stelle des Motivs also mal die Wolle aus dem Stoff gerutscht, kannst du einfach den Faden bis dahin wieder aus dem Stoff ziehen und neu beginnen.

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Erfahrungen und Empfehlung:
Nach anfänglichen Hürden geht’s auf einmal ganz schnell

Meiner Meinung nach ist Punch Needle insgesamt wirklich anfängerfreundlich – wenn man die richtigen Tricks kennt! Wie bei so vielen Dingen im Leben muss man auch bei einem neuen Handarbeits-Hobby wie dem Needle Punching erst einmal seinen Rhythmus finden. Aber hat man den Dreh mit der Arbeitsrichtung der Nadel und die richtige Fadenspannung heraus, hat man innerhalb kurzer Zeit schon seine eigenen Kunstwerke mit Wolle im Stoff verewigt!

Mein persönlicher Mehrwert ist, dass durch Punch Needle nun auch mein Vorrat an Wolle schrumpft. Einige Knäuel geben einfach nicht mehr genug Wolle für ganze Strickprojekte mehr her (außer vielleicht mal für Mützen oder Pom-Poms) und finden darum beim Needle Punching einen alternativen Verwendungszweck!

Hast du schon einmal selbst Punch Needle ausprobiert, und hast du weitere Tipps für Einsteiger? Dann teile diese gerne in den Kommentaren mit den anderen Lesern!

LG, Biene

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