Schnittmuster? Selbstgemacht: Radlerhose nähen

Ein Schnittmuster zu erstellen ist ganz einfach, wenn man dabei ein älteres Kleidungsstück als “Schablone” benutzt. Wie du mit dieser Technik eine neue Radlerhose nähen kannst, zeige ich dir in der heutigen Anleitung!

Durch die Covid-Auflagen verbringen wir ja alle viel mehr Zeit zuhause, was die Nachfrage nach lässiger Loungewear auf jeden Fall nach oben getrieben hat. So auch bei mir! Schon längst ist die Jeans durch bequemere Optionen ausgetauscht worden. Der neueste Zugang in meinem Kleiderschrank: Die Radlerhose. Die ist aber nicht gekauft, sondern von mir selbst genäht – quasi “from scratch” mit selbstgemachtem Schnittmuster und einem Stoffrest, den ich noch daheim hatte!

Ob zum tatsächlichen Radfahren oder zum Chillen in der Wohnung; eine Radlerhose ist super gemütlich und praktisch. Meine habe ich aus einem elastischen Strickstoff genäht, den ich vom Probenähen mit Milliblus übrig hatte. Besonders schön daran ist, dass dadurch meine neue Hose mit dem Pullover zusammenpasst, den ich damals schon genäht habe. So entstand mein ganz individuelles Lounge Set 🙂

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Aber wie macht man seine eigene Radlerhose? Zunächst einmal heißt es:

Radlerhose: Schnittmuster herstellen

Das Schnittmuster entsteht durch “Tracing”, das heißt durch das Nachzeichnen der Nähte der einzelnen Teile eines bestehenden Kleidungsstücks. Das kann eine andere Radlerhose sein, oder auch eine Sporthose wie deine Leggins. Um das Schnittmuster meiner Radlerhose zu erstellen, habe ich mir also eine andere Hose als Vorlage geschnappt.

Sieh dir deine Hose dann erst einmal genauer an. Bei meiner “Vorlage” besteht das Hosenbein nur aus einem Schnittteil, nämlich sowohl die Vorder- als auch Rückseite eines Beins. Um dieses Schnittteil möglichst originalgetreu auf meinen Schnittbogen zu zeichnen, stopfe ich erst einmal ein Hosenbein in das andere. Damit komme ich bequem an die mittlere Naht am Schritt, die ich dann nachzeichnen kann.

Für das Tracing sollten die Nähte möglichst glatt und auf der Kante liegen, die du nachzeichnen möchtest. Ich habe zuerst die mittlere Schrittnaht und die Beinnaht vom Vorderteil nachgezeichnet, sowie die untere Saumkante. Die Außenseite vom Bein habe ich zunächst ausgelassen, hier geht das Schnittteil ja gleich weiter. Am oberen Saum habe ich den Hosenbund weg geklappt, um so auch die obere Kante aufzuzeichnen.

Danach ist die Rückseite dran: dafür muss man die Hose jetzt eigentlich nur einmal zur anderen Seite umdrehen und hier genauso wie auf der Vorderseite vorgehen. Alle Kanten und Nähte, die auf der Rückseite sichtbar sind, werden nachgezeichnet. Damit wäre das Schnittteil für das Hosenbein fertig.

Jetzt fehlt noch das Schnittteil für den Hosenbund. Meiner besteht nur aus einem langen, breiten Streifen. Für die richtige Breite habe ich die Hose flach auf das Schnitt-Papier gelegt und erst einmal nur die äußeren Kanten nachgezeichnet. Mit dem Lineal habe ich dann die geraden Bundkanten eingezeichnet und die Breite vom Bündchen auch verdoppelt; das wird ja später umgeklappt und zum Kanal für mein Gummiband.

Notiere am besten auf deinen Schnittteilen:

  • Was für ein Schnittteil das ist (z.B. “Radlerhose Hosenbein vorne / hinten”)
  • Wieviel Nahtzugabe enthalten ist (bzw. den Hinweis, dass man diese extra hinzurechnen muss)
  • In welche Richtung der Fadenlauf zeigt
  • Wie oft das Schnittteil zugeschnitten werden muss
  • Ob und an welcher Kante das Teil im Bruch zugeschnitten wird (z.B. der Hosenbund)

Das sind auch schon alle Schnittteile, die du für deine Radlerhose brauchst!

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Radlerhose nähen mit selbstgemachtem Schnittmuster

Schneide mit deinen Schnittteilen nun deinen Stoff zurecht. Ich habe zwei Hosenbeine und den Hosenbund zugeschnitten – insgesamt besteht die Radlerhose also nur aus 3 Schnittteilen!

Fange mit den Hosenbeinen an. Diese musst du erst einmal an den mittleren Nähten verbinden. Das sind die, die die Kurven für den Schritt und die Po-Rundung haben. Lege also die beiden Schnittteile für die Hosenbeine Rechts auf Rechts aufeinander und nähe mit einem Zickzackstich diese beiden Kanten jeweils zusammen.

Wichtig bei der Arbeit mit dehnbaren Strickstoffen ist, dass der Stoff beim Nähen nicht zu sehr gedehnt wird, sonst kommen wellige Nahtkanten am Ende heraus. Und auch der Zickzackstich ist dein Freund, der kann sich nämlich mit dem Stoff mitbewegen – so reißen später beim Tragen die Nähte nicht.

Nachdem du die mittleren Nähte verschlossen hast, kannst du die Hosenform jetzt schon erahnen. Damit daraus auch eine Hose wird, müssen nun die Hosenbeine zugemacht werden. Das geht am einfachsten, wenn jedes Hosenbein einzeln vom Schritt aus zugenäht wird. Lege deine Hosenteile also so aufeinander, dass die fertigen Nähte im Schritt aufeinander treffen. Von hier aus nähst du dann einfach die Beine zu.

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Elastischen Hosenbund nähen

Jetzt kommt auch schon der Hosenbund dran! Der wird erst einmal zu einem Ring zusammengenäht und dann längs in der Mitte zusammengefaltet. Damit der Bund nun gleichmäßig an die Radlerhose genäht wird, gibt es einen coolen Trick:

Lege dazu einmal deinen Hosenbund so zusammen, dass die genähte Kante an einer Seite liegt und markiere mit einer Stecknadel die gegenüberliegende Seite. Danach den Bund so hinlegen, dass die Stecknadel mit der Nahtkante aufeinander trifft und die sich gegenüberliegenden äußeren Seiten mit Stecknadeln markieren. Damit ist der Hosenbund quasi geviertelt.

Diese Marker helfen dir, den Bund gleichmäßig an die Hose zu nähen: Die Nahtkante vom Hosenbund trifft dann auf die hintere Mitte der Hose, die gegenüberliegende Seite auf die vordere Mitte, und de anderen Stecknadeln auf die seitlichen Hüften.

Der Bund wird rechts auf rechts an die obere offene Kante der Hose genäht. Lasse dabei aber ein paar Zentimeter aus, um ein Gummiband einziehen zu können. Fädele dieses durch die Öffnung und einmal ganz durch den Hosenbund. Stelle sicher, dass das Gummiband sich im Hosenbund nicht verdreht hat, bevor du es am Ende mit einem Zickzackstich zu einem Ring schließt. Danach kannst du die Öffnung im Hosenbund schließen.

Zum Schluss werden noch die Hosenbeine versäumt – dann ist die selbstgemachte Radlerhose schon fertig! 

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Ich hoffe, dir hat das Tutorial geholfen, deine eigene Radlerhose zu nähen. In meinem How-To Video zur Radlerhose kannst du noch besser zuschauen, wie ich die gemütliche Hose selbst gemacht habe.

LG Biene

 

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