Sonnenschutz ist zu einem heiß diskutierten Thema geworden, um das sich inzwischen viele Mythen ranken. Aber was davon ist Fakt, und was nicht? Hier findest du Antworten zu sieben den häufigsten Mythen rund um die Sonnencreme.

1. Sonnencreme kann ablaufen

Korrekt! Falls du noch Sonnencreme aus dem Vorjahr daheim hast, kannst du dir davon keinen hohen Schutz versprechen. Denn sobald die Creme einmal geöffnet war, führt laut Deutscher Krebshilfe der Sauerstoff zur “Oxidation und dieser Vorgang führe dazu, dass sich die Inhaltsstoffe verändern und damit die Schutzfunktion nicht mehr korrekt aufrechterhalten werden könne”. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft also lieber eine neue Flasche Sonnencreme.

Ein weiteres Argument für den Neukauf: das Zerfallsprodukt Benzophenon. Dieses steht im Verdacht, hormonell wirksam zu sein und entsteht, wenn Octocrylen (ein häufig vorkommender UV-Filter in Sonnenschutzmitteln) über die Zeit zerfällt. In Versuchen mit unterschiedlichen Sonnenschutzmitteln stellte sich heraus, dass Sonnencremes mit Octocrylen bereits im neuen Zustand Benzophenon aufweisen, die Konzentration sich über längere Lagerzeit aber mindestens verdoppelt. Mit dem Kauf von Sonnencremes, die andere UV-Filter nutzen (z.B. Mineralischen Sonnenschutz) kannst du diese Inhaltsstoffe aber einfach vermeiden.

2. Sonnencreme behindert die Vitamin D Produktion

Ja. Was wir wissen ist, dass der Körper Vitamin D selbst bilden kann. Dafür ist aber Sonneneinstrahlung auf der Haut notwendig – quasi wie bei der Photosynthese von Pflanzen. Was auch klar ist; Vitamin D-Mangel ist deutsche “Volkskrankheit” und über die Hälfte aller Menschen haben aufgrund unserer geografischen Lage ein Vitamin D-Defizit (in den Wintermonaten steigt die Zahl sogar noch höher).

Ist das nun ein Grund, auf Sonnenschutz zu verzichten?

Auf keinen Fall. Sonneneinstrahlung erhöht nämlich das Krebsrisiko signifikant und je heller die Haut, desto empfindlicher ist diese für Verbrennungen. Es zeigte sich außerdem in einer Studie aus 2020, dass eine hellhäutige Person, die draußen im Schatten sitzt und sich regelmäßig eincremt nicht weniger Vitamin D aufweist als Personen mit weniger empfindlicher Haut. Zudem wird Sonnencreme nie so gleichmäßig aufgetragen und auch nicht an allen Stellen des Körpers, sodass auch mit Sonnenschutz die Vitamin D-Synthese im Körper stattfindet. Es gibt also keinen Grund auf Sonnenschutz zu verzichten, und Vitamin D-Mangel kann man auch mit Supplementen* sehr gut in den Griff kriegen.

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3. Mit Sonnencreme wird man nicht braun

Falsch. Ja, UV-Filter legen sich wie ein Schutzfilm über die Haut, blockieren aber nie zu 100 % die Sonneneinstrahlung. Du kannst also auch mit Sunblocker noch braun werden, betreibst damit aber vor allem Schadensbegrenzung auf deiner Haut.

Denn: Deine Hautzellen produzieren Melanin (den Stoff, der die Bräune verursacht) nicht aus ästhetischen Gründen, sondern zum Selbstschutz. Das Pigment wirkt selbst wie ein Sonnenschutz und soll die Zell-DNA vor Strahlung beschützen. So gesehen ist Bräune (und vor allem Röte!) schon eigentlich ein Zeichen von geschädigter – oder zumindest gereizter – Haut.

4. Sonnenschutz wirkt erst nach 30 Minuten

Nicht unbedingt. Der Sonnenschutz ist eigentlich sofort nach dem Auftragen wirksam. Es kann allerdings 20-30 Minuten dauern, bis der UV-Filter einen Film auf der Haut gebildet hat, der diese dann überall gleichmäßig vor Sonnenstrahlen schützt.

Je heller deine Haut ist, desto kürzer wirkt ihr Selbstschutz. Darum rechne am besten entsprechend etwas Zeit vor dem Rausgehen ein, damit der Sonnenschutz seine ganze Wirkung entfalten kann und wähle einen LSF, der für genügend Schutz sorgt. Lichtschutzfaktor 30 ist eigentlich für jeden Hauttyp ein Muss (ja, auch bei sehr dunklen Hauttönen!), besonders helle Häutchen sollten sogar LSF 50 wählen.

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5. Sonnencreme verursacht Korallensterben

Ja und nein. In Labor-Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass UV-Filter wie Oxybenzone, Oxycrylene, Octinoxate und Ethylhexyl Salicylate nur schwer aus Gewässern gefiltert werden können, und dass insbesondere Oxybenzone möglicherweise für Korallenbleiche verantwortlich zu machen sein könnte.

Korallenbleiche kann zu Korallensterben führen. Diese Schäden konnten bereits auf Hawaii, den Virgin Islands und an der israelischen Küste an Korallen festgestellt werden – Orte, an denen der Strand-Tourismus besonders häufig ist. Dadurch, dass das Bewusstsein für Sonnenschutz immer höher wird, nutzen mehr Menschen diese Mittel, und es gelangen mehr UV-Filter von Sonnencremes beim Baden im Wasser. Besteht hier ein Zusammenhand?

So eindeutig lässt sich das noch nicht sagen. Wie gesagt lässt sich die Toxizität (Giftigkeit) von Oxybenzone auf Korallen in Laborversuchen nachweisen. Jedoch macht die Dosis das Gift; Punktuell könnte es an Badestränden mit vielen Besuchern (und viel Sonnencreme, die dann ins Wasser gelangt) schon problematisch werden. Aber in der Konzentration gesehen auf die Menge des Wassers weltweit könne man UV-Filter nicht nachweislich für Korallensterben verantwortlich machen.

Zudem gibt es für die Korallenbleiche vermutlich größere Einflussfaktoren als UV-Filter; Tenside vom Waschen eutrophieren Gewässer, und der allgemeine Klimawandel und die resultierende Erhöhung der Wassertemperatur haben einen starken Einfluss auf marines Leben. Das sind vermutlich größere Hebel, die man für den Korallenschutz in Bewegung setzen kann.

6. Sonnencreme ist krebsfördernd

Nein. Fakt ist, dass niedermolekulare, chemische Filter in die Blutbahn eindringen. Aber: Es ist nicht nachgewiesen, dass diese Inhaltsstoffe gesundheitlich bedenklich sind. Bisher konnten noch keine Nebenwirkungen oder Toxizität von UV-Filtern im Körper nachgewiesen werden. Und auch wenn einige UV-Filter in Berichten online als “bedenklich” und “hormonell wirksam” betitelt werden, sind diese Aussagen nicht durch Studien belegt. Mineralische Filter, wie z.B. die in der Sonnencreme von Speick*, schaffen nicht einmal den Weg in die Blutbahn – auch hier wieder die Alternative für alle, die trotzdem sicher gehen möchten.

Außerdem; Beim Sonnenbad ohne Sonnencreme ist das Krebsrisiko unter Garantie erhöht. Sofern du keine abgelaufene Sonnencreme verwendest (siehe Punkt 1), solltest du also keine Angst vor deinem Sonnenschutz haben.

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7. Mehr ist mehr im Sonnenschutz

Richtig! Trage deinen Sonnenschutz großzügig auf; Für den gesamten Körper wird eine Menge von ca. einem Schnapsglas empfohlen. Das ist eine ganze Menge, gewährleistet so aber auch erst den deklarierten Schutz, der auf der Flasche steht. Zudem werden mit geringeren Mengen gerne mal besonders sensible Stellen wie Ohren, Füße oder die Lippen beim Eincremen vergessen.

Übrigens: der abgedruckte Lichtschutzfaktor sagt dir, um wieviel Zeit der Selbstschutz deiner eigenen Haut verlängert wird. Bei der korrekten Menge und Anwendung kannst du z.B. mit Lichtschutzfaktor 20 deine Haut für ca. 200 Minuten schützen. Produkte mit höherem LSF wirken  entsprechend länger. Jedoch wird das Produkt durch Schwitzen, Berührungen und Baden schneller abgetragen. Darum ist es ratsam, sich beim Sonnen spätestens alle zwei Stunden wieder vom neuen einzucremen.

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Wusstest du die Antworten auf alle Sonnenschutz-Mythen? Verrate es mir in den Kommentaren!

LG Biene

*Dieser Beitrag enthält Affiliate Links.

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